Figuren Rathaus Wien

Die unglaublich vielseitig und lebendig gestaltete Fassade des Wiener Rathauses zieren zahlreiche überlebensgroße Figuren aus Savonnière Kalkstein. Der französische Kalk, eine Reparationsleistung Frankreichs an Österreich, stellt durch seine speziellen Verwitterungseigenschaften eigene Anforderung an die Konservierung. Die Figuren selbst sind, trotz ihrer Höhe am Bauwerk unglaublich detailreich gearbeitet und stellen ein eigenes Figurenprogramm dar, welches die Bevölkerung Wiens aus der Ringstraßenbauzeit repräsentiert. Die Figuren wurden von den namhaftesten Bildhauern der Zeit entworfen und gefertigt. Ein Teil dieser Entwurfs- und Übertragungsmodelle bewahrt das Wienmuseum. Mit Hilfe dieser Modelle konnten Detailrekonstruktionen und fünf komplette Figuren in Savonnièrekalkstein rekonstruiert werden.

Leistung: Teilrekonstruktion in Naturstein, Bildhauerkopien in Naturstein, 3D Scan, Steinkonservierung, Steinrestaurierung, Laserreinigung

Standort: Rathaus der Stadt Wien

Leistungszeitraum: 2013-2016 und 2019/20 als Arge mit Mag. Bruno Rey

Gartenpavillon Schwechat

Gartenpavillon Schwechat – Rekonstruktionen, Steinrestaurierung, Fassadenrestaurierung

Der barocke Gartenpavillon war ursprünglich ein Bestandteil eines umfassenden Baukomplexes mit Gartenanlagen dazugehörigen Sichtachsen der ersten Brauereianlage in Schwechat. Heute steht er als Relikt des Barocks inmitten einer neugeschaffenen Wohnsiedlung.

Sowohl Attikafiguren als auch Putzflächen sowie sämtliche Bauteile aus Stein waren neben Schmutzauflagen, biogener Besiedelung, Sinterkrusten erheblich von Materialverlust und Materialablösung gekennzeichnet. Neben zahlreichen Fehlstellenbildung, aufgrund von Brüchen, Bestoßungen, Bindemittelauslösung und Rückwitterung, gehörten Risse und Brüche zum Schadensbild an den Steinbauteilen. Teilweise war die Steinsubstanz derart rückgewittert, dass an den Attikafiguren keine Standsicherheit mehr vorlag. Sekundärmaterialien wie bauphysikalisch unpassende Ergänzungsmaterialien und schädigende Armierungen waren u.a. als Provokateure von Schadensbildern anzusehen.

Als Restaurierziele wurden Konservierung, Rekonstruktion der Lesbarkeit sowie Wiederherstellung der statischen Sicherheit der Artefakte formuliert. Ziel war die Erhaltung des Bestandes in seinem gewachsenen Zustand. Schadenskatalysatoren wurden entfernt bzw. reduziert, um Neuschäden vorzubeugen. Bauphysikalisch unpassende Sekundärmaterialien sind abgenommen worden, sofern sie schädigend auf die bestehende Substanz eingewirkt haben. Sämtliche Maßnahmen sind in ihrer Ausführung und Materialität an den Bestand angepasst worden.

Leistung: Stein- und Putzrestaurierung, figurale Teilrekonstruktionen in Stein

Standort: Brauhausstraße Schwechat

Leistungszeitraum: 02.-08.2017

Schloss Schwarzenegg – Wildon

Schloss Schwarzenegg Wildon

Schloss Schwarzenegg befindet sich südwestlich des Ortskernes von Wildon in der Steiermark. Der Ursprung des Schlosses geht auf einen im 16. Jahrhundert errichteten Gutshof zurück, welcher als rechteckiger Baukörper errichtet worden war. Dieser wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Kaspar Herbersdorfer zum Schloss ausgebaut und zunächst als „Schwarzhof“ bezeichnet. Das Schloss selbst stellt sich heute als dreigeschoßiger Zweiflügelbau mit langgestrecktem Süd- und kurzem Ost-Flügel dar. Die Eingangsportale stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die Hofseite des Süd-Flügels besitzt über alle drei Geschoße reichende Säulenarkaden, die durch ein vorspringendes Treppenhaus unterbrochen werden. Seit 1650 wird der Gebäudekomplex als Schloss „Schwarzenegg“ bezeichnet.

Im Schloss selbst befand sich auch lange Zeit hindurch die Kapelle „Mariä Heimsuchung“ welche 1959 profaniert wurde. Sie war besonders in der Barockzeit eine beliebte Wallfahrtskapelle.

Von Februar 2017 - Juli 2018 wurde das gesamte Schloss renoviert und im Innenbereich Wohnungen errichtet. Unsere Firma war für die Restaurierung der Außenfassaden, sowie für die Restaurierung sämtlicher Steinelemente (vor allem im Bereich der Säulenarkaden an der Südfassade) zuständig.

Das Ziel der Fassadenrestaurierung war die Sicherung des Altbestandes und das Wiederherstellen des Erscheinungsbildes der Fassaden auf den Zustand, als das Kerngebäudes zum Schloss ausgebaut wurde, Ende des 16. Jahrhunderts. Als Grundlage für Farbgebung und Materialen bzw. Materialzusammensetzungen, haben dabei unter anderem die Erkenntnisse aus dem Bauforschungsbericht der Gesellschaft „Conserve“ gedient, sowie Erkenntnisse aus der Freilegung während des Restaurierungsprozesses selbst.

Generell wiesen alle Steinelemente teilweise sehr starke Verschmutzungen und biologische Besiedlung auf. Durch die biogene Besiedlung hatten sich bereits Alveolen und Brüche am Stein gebildet. Besonders ausgeprägt war eine Feuchtebelastung der Steinsäulen im Erdgeschoß. Durch dieses Schadensphänomen lag der Stein im unteren Bereich der Säulen teilweise stark substanziell geschädigt vor. Ein weiteres, wesentliches Schadensbild stellten Altergänzungen dar. Die Armierungen bestanden meist aus eingeschlagenen Nägeln (materialunpassende Armierung). Die Nägel hatten bereits zu Korrosionen geführt, die den angrenzenden Stein angegriffen hatten.

Leistung: Restaurierung Putz, Stuck, Stein
Standort: Schwarzeneggweg 1, 8410 Weitendorf / Wildon
Leistungszeitraum: Februar 2017 - Juli 2018