Zell am See – Vogtturm

Zell am See – Vogtturm

Im Frühmittelalter erbaut, steht der Turm wie ein Soldat in der Stadt, sein Haupt weit über die Stadtdächer hinausragend. 926 wird er zum ersten Mal urkundlich erwähnt, damals dürfte er als militärischer Stützpunkt für ein umliegendes Kloster gedient haben.

Der Turm trägt viele Namen. Fuscher- oder Thurnhaus wurde er bis in die Neuzeit genannt, seit dem 19. Jahrhundert heißt er wegen seiner damaligen Besitzer auch Kastnerhaus.

Der sechsgeschossige Turm trägt ein abgewalmtes Satteldach und geräumige Stockwerke, die auf verschiedenste Weise genutzt wurden. In einem Gutachten der Hofkammer von 1644 hieß es etwa, dass im "alten und hochen Thurn ein ansehenlicher und wegen der durchstreichenden Lufft sehr nutzbarer Traidt-Cassten zuegericht, heynebens die Gefenkhnussen, sambt der Gerichtsdiener-Wohnung erpaut und die Tachung mit geringen Unkhosten fürbas undterhalten werde mechte."
"alten und hohen Turm ein ansehnlicher und wegen der durchziehenden Luft sehr nutzbarer Getreideboden eingerichtet, nebenan die Gefängnisse samt Gerichtsdiener-Wohnung und das Dach mit geringen Unkosten erhalten werden kann."

Im 19. Jahrhundert diente der Vogtturm als Wohngebäude. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts befindet sich im Erdgeschoss eine Trafik und ein Antiquitätengeschäft, drei Stockwerke wurden als Wohnung genutzt. Heute befindet sich auf den vier mittleren Geschoßen ein Museum über die lokale und regionale Geschichte. Im obersten Geschoss streicht heute noch der Wind durch und auf Sitzbänken in den Fensternischen kann man den Pinzgau in zwei Himmelsrichtungen überblicken.

Nach eingehender Untersuchung legten wir als primäres Restaurierungsziel die Konservierung des Bestandes und die behutsame Reparatur von Schadenszonen fest.