Palais Wildenstein Graz

Palais Wildenstein Graz

Fassadenrestaurierung: Paulustorgasse / Sauraugasse

Vor Beginn der Restaurierungsarbeiten erfolgte zunächst durch die Fa. Zottmann eine umfassende Befundaufnahme der Fassade im März 2016 . Basierend auf deren Erkenntnissen ist ein Maßnahmenkonzept erstellt worden, welches die Grundlage für die anschließenden Restaurierungsmaßnahmen bildete.

Das fünfzehnachsige (Paulustorgasse) und neuachsige (Sauraugasse) Palais zeigt eine barocke, reich gegliederte Schaufassade. Das Erdgeschoß bildet mit seinen Rustikaquaderungen das Postament für die kollossale Säulenordnung, die beide Obergeschoße umfasst. Den Haupteingang bildet ein rustikaartiges geknicktes Rundbogenportal mit Maskaronschlussstein. Das Palais Wildenstein besitzt einen Baukern der mit 1602 bzw. 1607 datiert wird. Die heutige Fassadengestaltung entstammt der Bauperiode um 1702/1703 unter Aufstockung und Vereinheitlichung der Fassaden von ursprünglich zwei Bestandsgebäuden, durch Bauherrn Johann Josef Graf von Wildenstein. 1732 wurde das Palais an das Stift St. Lambrecht verkauft. 1786 erfolgte die Säkularisierung des Gebäudes und daran anschließend fanden Innenumbauten für die Nutzung als Krankenhaus statt. Nach der Übersiedelung des Krankenhauses 1922 in einen Neubau nach St. Leonhard, stand der Gebäudekomplex als Sitz der Bundespolizeidirektion in Verwendung.

Das barocke Erscheinungsbild der beiden Hauptfassaden hat sich aus der Zeit der Fassadenvereinheitlichung und Aufstockung des Gebäudes (1702/1703) nahezu vollständig erhalten, ebenso die Stuckaturen, die das heraldische Emblem der Grafen von Wildenstein aufgreifen: die Greifenklauen. Das Ziel der Restaurierung war daher die Sicherung des Altbestandes und das Wiederherstellen des Erscheinungsbildes auf den Zustand dieser Vereinheitlichung. Darüber hinaus erfolgte die Freilegung und Entfernung sämtlicher Überputzungen und schädigenden bzw. schadhaften Altergänzungen. Schließlich die Wiederherstellung der Tragfähigkeit aller absturzgefährdeten Bauteile und die rekonstruktive Ergänzung von Fehlstellen und Fugen, weiters die Herstellung eines tragfähigen Untergrundes für den Auftrag der Malschicht mit abschließender Färbelung der Fassaden in historischer Kalktechnik. Die Farbfassung auf Stein erfolgte in reiner Kalkfassung, stark lasierend in zweimaliger Bürstentechnik, nach vorgegebenen Farbkonzept durch das Bundesdenkmalamt und die örtliche Bauaufsicht. Sämtliche Eisenelemente erhielten einen Korrosionsschutzanstrich mit Bleiminium.

Leistung: Befundung, Restaurierung Stein und Stuck auf den Fassadenseiten Paulustorgasse und Sauraugasse
Standort: Paulustorgasse 8, 8010 Graz
Leistungszeitraum: März-August 2017