Krypta Taxenbach

Krypta Taxenbach

Meist unter dem Chor oder der Sakristei romanischer oder gotischer Kirchenbauten befindet sich eine Krypta. Als Aufbewahrungsort von Reliquien oder Grabstätten sind sie geheimnisvolle Orte der Geschichte. Viele wurden im Laufe der Zeit verschüttet oder zerstört, nicht so die Krypta der Dekanatskirche Taxenbach. Die Domkrypta zu Salzburg hingegen wurde 1611 verschüttet und erst 1958 wieder entdeckt.

Die Dekanatskirche Taxenbach wurde um 1400 erbaut und im Jahre 1411 geweiht. Der romanische Bestand dürfte in dieser Zeit überbaut oder abgerissen worden sein. Beim Errichten der Kirche baute man gleichzeitig die Krypta mit, die mit Christus- und Evangelistendarstellungen als Unterkirche mit Altar diente.

Von der Sakristei aus betritt man den oktogonalen Raum, der mit zwei Fenstern erhellt wird. Da die Kirche auf einem steilen Hang steht, konnten in dieser Krypta Fenster eingebaut werden, was den sonst sehr düsteren Raum hell und lebendig macht. Das Sternrippengewölbe mit insgesamt neun Schlusssteinen stammt aus spätgotischer Zeit. Die Schlusssteine zeigen eine Christusdarstellung in der Mitte des Raumes und als Hauptschlussstein, um ihn herum reihen sich die vier Evangelisten, eine Osterlammdarstellung und die segnende Hand als Zeichen für den Gottvater.

Im Rahmen einer Restaurierung der Kirche sollte auch die Krypta generalüberholt werden. Die Sanierung der Krypta war bereits sehr notwendig. Nachdem sie außerhalb der Grundmauern liegt und unter dem Friedhofniveau konnte sickerndes Regenwasser leicht über die Mauern eindringen. Das Mauerwerk wurde im Lauf der Zeit stark durchfeuchtet und durch den Lichteinfall der beiden Fenster konnten sich pflanzenartige Lebensformen bilden.

Die Feuchtigkeit griff auch Wandmalerei und Eisenarmierungen an, Abplatzungen und Risse im Mauerwerk waren die Folge. Wir mussten Gewölberippen vorläufig mit Gewindestangen und Hilti-Hit Verpresskleber notsichern. Alte und fehlerhafte Ergänzungen entfernten wir und erneuerten die fehlenden Teile. Insgesamt bauten wir 11 Vierungen ein und ergänzten weitere 11 Stellen mit Kalkmörtel. Die Schlusssteine reinigten und konservierten wir und brachten sie schließlich an den ursprünglichen Stellen wieder an.